Über die LUNA - was ist eine Handpan?

 

 

 

Die LUNA ist ein qualitativ hochwertiges Musik-Instrument aus der Familie der Handpans.

bei denen es sich um ideophone Klangskulpturen aus Stahl handelt.

 

Sie bestehen aus zwei linsenförmigen Schalen die einen Hohlraum umschließen, und besitzen eine zentrales Tonfeld, den sogenannten "Ding" der von einem Chorus aus weiteren Tonfeldern umringt wird.

 

Das Besondere am Klang der Handpan liegt vor allem in der Tatsache, dass jedes Tonfeld stets einen Dreiklang erzeugt - nämlich aus Grundton, der jeweiligen Oktave sowie einer Quint-Oktave dazu.

 

Der Bau dieser Instrumente umfasst viele Variablen, wie die Form der Tonfelder, konvexe, konkave Formen, Zug- und Druckspannungen, das verwendete Material, die Anzahl der Tonfelder, die Form der Schalen, die Stimmung der Obertöne.

All dies übt einen großen Einfluss auf den Gesamtklang des Instruments aus, und kann meist über unerschiedliche Wege, die einen großen Spielraum für die persönliche Handschrift des Handwerkers bieten, erreicht werden.

 

 

 

Was sind die besonderen Merkmale der LUNA ?

 

 

 

Die LUNA ist bewusst als feine, "feminine" Vertreterin der Handpan - Familie, geschaffen.

 

Neben der Klangqualität und hohen Stabilität der einzelnen Tonfelder,

liegt ihr Fokus im Gegensatz zu den meisten anderen Handpans, nicht auf Perkussion und Isolation der einzelnen Tonfelder,

sondern eindeutig auf Spielsensibilität, lang anhaltendem Klang mit großem Obertonreichtum, und einer hohen Gesamtästhetik.

 

Um dies zu erreichen unterscheidet sie sich in folgenden Punkten von den meisten anderen Handpans:

 

 

1. Keine Serienfertigung

 

 

Jede LUNA wird in Einzelanfertigung in meiner Handpanmanufaktur im Allgäu handgefertigt. Ich arbeite nicht in Serie, sondern widme mich stets einem Instrument - vom Schalenrohling, bis zur Fertigstellung um eine routinemäßige Selbstverständlichkeit und gewisse "Unpersönlichkeit" zu vermeiden.

 

2. Die Wahl des Rohmaterials

 

 

Die meisten Handpans heute aus nitridiertem Stahl gebaut. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Kalt-Umformungs-Stahle, wie den meist verwendeten DC04 - ein Stahl der in der Autoindustrie für die Karosserieherstellung Verwendung findet.

In einem sehr energieaufwändigen und umweltschädigendem Prozess wird dieser Stahl für bis zu 100 Stunden in einer Vakuumatmosphäre mit Ammoniak begast und bildet dadurch sogennate Nitrid-Nadeln in einer Diffusionsschicht aus.

 

Das Verfahren ist bereits lange bekannt, wurde aber um die Jahrtausendwende das erste mal von zwei Schweizern, die hier nicht erwähnt werden möchten, für den Bau Ihrere Klangskulpturen verwendet und patentiert.

 

Die Frage ob das Patent jedoch rechtsgültig wird angezweifelt, und ist gegenwärtig Gegenstand mehrere rechtlichen Auseinandersetzungen.

 

Ausgehend von der Haltung den Wunsch der Patentanmelder - unabhägig von der rechtlichen Situation - zu respektieren,

hat sich nach intensiven Tests verschiedener Materialien jedoch eine speziellen Edelstahllegierung als das wesentlich geeignetere Material für die LUNA herausgestellt.

 

Diese Edelstahl-Legierung ist mit verantwortlich für den Obertonreichtum und speziellen Klangcharacter der LUNA, der sich deutlich vom Klang nitridierter Instrumente abhebt.

 

 

3. Eigens entwickelte Schalenrohlinge

 

 

Der schnelle Aufstieg der Handpan und die hohe Nachfrage des Marktes führen dazu dass die meisten Hersteller ihre Instrumente auf bereits entwickelten und vorgefertigten Schalenrohlingen, beispielsweise der Firma Shellopan aus Strassburg, AYASA oder Baur & Brown bauen.

Obwohl die allermeisten dieser Rohlinge von hoher Qualität sind, wird die LUNA auf speziell für sie entwickelten Schalenrohlingen mit einer vom Standard deutlich abweichenden, wesentlich flacheren Geometrie gebaut.

 

Zum einen erlaubt dies eine bessere gegenseitige Abstimmung von Stimmtechnik und Material, zum anderen öffnet sich dadurch ein weit größerer Raum für die persönliche Ausdruckskraft des Handwerks, und letzlich auch ein größeres Spektrum unterschiedlicher Handpan-Klänge.

 

 

4. Der Stimmstil - weiches " grenzenloses Stimmen "

 

 

Im Gegensatz zum gegenwärtig weit verbreiteten Stimmen mit scharfen Tonfeldgrenzen, und hoher Isolation der einzelnen Tonfelder,

ist die LUNA weich eingestimmt, das bedeutet es sind keine sichtbaren klaren Grenzen der Tonfelder erkennbar.

 

Diese Art des Stimmens ist wesentlich zeitaufwändiger, da Tonfelder verstärkt als Gesamtsysthem zu betrachten und im Prozess des Stimmens zu behandeln sind. Ein lineares abarbeiten der Schritte 1 - 2 & 3 ist in diesem nicht linearen Spektrum nicht mehr möglich.

 

Gleichzeitig werden durch die sanften Übergange jedoch auch weniger Schwingungen blockiert und gebrochen, wodurch das gesamte Instrument mehr ins " Gespräch mit sich Selbst" eintreten kann, und auch der Nachklang sowie die Leichtigkeit mit der Obertöne gezielt angeschlagen werden können, deutlich erhöht werden können.

 

Zudem ergibt sich eine ästhetisch ansprechendere Gesamtoberfläche mit fließenden übergängen statt harten Grenzen.

 

 

5. Urushi - japanischer Naturlack

 

 

 

Der Umgang mit Urushi, dem bemerkenswerten Saft des japanischen Lackbaumes, beruht auf einer bis zu 3000 Jahre alten Tradition uns ist in seinem Umfang und seiner Tiefe hier nur anzudeuten. Zusätzliche Information dazu lassen sich hier noch einsehen.

 

Die Verwendung dieses Lackes, der nicht mit synthetische Lacken vergleichbar ist und aufgrund seiner chemischen Komplexität wesentlich komplizierter zu verarbeiten ist, gibt der LUNA nicht nur die besondere optische Schönheit.

 

Auch in der Haptik  unterscheidet sich die organische, warme glatte Oberfläche deutlich vom blanken Stahl.

 

Die Lackierung übt zudem einen, wenn auch sehr geringen Einfluss auf das Gesamtklangbild der LUNA aus, und rundet dieses ab.

 

 

6. LUNA Stimmungen und reine Stimmung nach der natürlichen Oberton-Reihe

 

 

Die LUNA wird ausschließlich in eigens für sie entwickelten Stimmungen, nach der natürlichen Obertonreihe gebaut.

 

Diese reine Stimmung vermeidet unsaubere Schwebungen, wie sie in der gängigen mitteltönigen Temperierung vor allem bei Terzen deutlich zutage treten und ist die natürlichste und sauberste Art der Stimmung, die durch den nicht diatonischen Charakter der LUNA Stimmungen ermöglicht wird.

 

Die 8 LUNA Stimmung decken dabei asiatische Stimmungen sowie die üblichen europäischen Modi ab und lassen vor allem durch die subdominante Ding - Einstimmung eine größtmögliche Spielvielfalt bei hoher Eleganz zu.

 

Ausführliche Informationen zu den LUNA Stimmungen.

 

 

 

Der Weg der Kunst - die Philosophie hinter der LUNA

 

 

Die LUNA wird in meiner bescheidenen Allgäuer Manufaktur in kleiner Stückzahl mit Liebe von mir handgefertigt.

Mein Ziel ist es dabei die Kunst so dicht wie möglich an der Natur zu belassen - eine Kunstform die die Schönheit der Natur hervorhebt und integriert zu praktizieren.

 

Dazu verzichte ich wo es nicht unbedingt nötigt ist auf maschinelle Bearbeitung und versuche die Werkzeug und Fertigungspalette so schlicht wie möglich zu halten.

 

Schlicht darf hier aber nicht mit "leicht" verwechselt werden, denn oft erfordert diese Schlichtheit ein höheres Maß an Erfahrung und persönlicher Entwicklung.

 

Was auf der einen Seite als Mangel an technischer Entwicklung gesehen werden kann, kann aus dieser Warte heraus auch als Widmung dem Geist des Materials und der Kunst gegenüber verstanden werden, und schafft im kreativen Schaffungsprozess ebenso wie im routinemäßigen "Schleifen und Feilen" am eigenen Können, eine Verbindung die Material und Kunst, Subjekt und Objekt umfasst.

 

Die LUNA entsteht aus diesem Bemühen, meinen Kontakt zu dem was mich berührt zu wahren,

aus der Liebe zur Kunst, der Schönheit der Natur und dem mystischen Wunder des Unerklärlichen.